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Ushuaia, Tolhuin, Rio Grande, San Sebastian Buenos Aires Am Flughafen besuchte ich zuallererst den Schalter von Aerolinaes Argentinas, um mein Transfer- und Hotelgutschein abzuholen. Da mein Weiterflug erst nächsten Tag ging, verbrachte ich einen Tag in Buenos Aires. Viel habe ich von dieser Stadt nicht gesehen, da ich noch recht müde vom langen Flug war. Die Stadt ist riesig . Am Flughafen von Ushuaia mußte ich feststellen, daß mein Fahrrad, aber nicht das restliche Gepäck angekommen ist. Ganze 4 Tage sollte ich auf mein Gepäck warten. In dieser Zeit wohnte ich im Hostel Los Lupinos. Als dann endlich mein Gepäck ankam, suchte ich den Campingplatz, direkt an der Stadtgrenze von Ushuaia auf. Für mich war es wichtig, eine Internetverbindung während der nächsten Zeit zu haben. Ich hatte mit Andrej, meinem Freund aus Deutschland, der ab Ushuaia mit mir gemeinsam die Reise bestreiten wollte, noch einiges abzuklären. Anfangs wollte der Besitzer 13 Pesos am Tag inkl. Internet haben, was angemessen war. Am zweiten Tag, wurde mir dann aber erklärt, daß der Preis jetzt bei 30 Pesos liegt. Dies war eindeutig zu hoch, da ein Hostel nur 35 Pesos kostete. So quartierte ich mich, auf Empfehlung drei Reiseradler im Hostel Yakush ein. Dieses Hostel war ideal für mich. Hier gab es interessante Leute und das Internet war schnell genug. Nachdem ich nun mein "Basiscamp" aufgeschlagen hatte, klärte ich mit Andrej, wann er nach Ushuaia kommen würde. Wir einigten uns auf Mitte Februar. Jetzt hatte er genügend Zeit, sein Rad anfertigen zu lassen, und die passende Ausrüstung zusammenzustellen.
Nationalpark Tierra del Fuego Mir blieb nun genügend Zeit um in Ruhe Ushuaia auszukunschaften. Ich besuchte den Nationalpark Tierra del Fuego. Er erstreckt sich auf einer Fläche von 630 km² und ist der südlichste Nationalpark Argentiniens. Der Park wurde 1960, mit dem Hauptziel gegründet, die südlichsten subantarktischen Wälder zu schützen. Am Eingang erhält man, eine Übersichtskarte, mit den einzelnen Wanderwegen. Die Wege sind gut gekennzeichnet. An der Bucht Bahía Lapataia entlang, führt ein besonders schöner Weg . Dort kann man eine gute Stunde, direkt am Beagle-Kanal wandern. Das Panorama dort ist traumhaft. Man sieht auf der anderen Seite des Kanals Chile, mit den schneebedeckten Bergen. Desweiteren hat mir besonders gut der Wanderweg auf den Berg Guanaco gefallen. Von dort hat man ein einmaliges Panorama über den Park. In weiter Ferne sieht man von hier teilweise Ushuaia.
Gletscher Martial Man kommt von Ushuaia zu Fuß, zum Gletscher Martial. Im Dezember, konnte man noch gut den Gletscher sehen. Im Januar bzw. Februar, war fast der ganze Gletscher, durch die "sommerlichen" Temperaturen, geschmolzen. Die Aussicht von oben, auf Ushuaia, ist wirklich etwas besonderes. Man kann sich gar nicht vorstellen, daß die Stadt so groß ist. Anstatt die Straße hinauf zu laufen, kann man auch einen wunderschönen Wanderweg nehmen. Er führt durch einen dichten Wald, an einem kleinen Bach entlang, der durch den Gletscher gespeißt wird.
Estancia Harberton Pinguine sieht man nur in der Nähe der Estancia Harberton. Man bucht von Ushuaia einen Tagesausflug, der auch einen Besuch im Museum Acatushun enthält. Das Museum ist reichlich ausgestattet, mit Skeletten von verschiedensten Meerestieren. Vom Delphin, über Seelöwe, bis zum Pinguin. Nach einer kleinen Führung durch das Museum, geht es weiter mit einem kleinen Boot, zu einer Insel wo Pinguine leben. Man darf sich ihnen, bis zu drei Meter nähern. Die Führung über die Insel dauerte ungefähr eine Stunde, was meiner Meinung nach zu kurz war. Bevor es dann wieder mit dem Bus zurück geht, isst man noch zu Mittag. Wie nicht anders zu erwarten, ein Asado. Vom Restaurant aus, hat man eine schöne Aussicht auf die Estancia Harberton.
Estancia Tunel Dieser Wanderweg ist in Ushuaia ein kleiner Geheimtip. Viele Touristen die nur ein paar Tage in Ushuaia bleiben, kennen diese Tour nicht. Man fährt mit einem kleinen Bus nach Osten, aus der Stadt . Anschließend geht man, eine gute Stunde eine Küstenstraße entlang, bis zum Eingang der Estancia(Farm). Von hier aus, einen kleinen Wanderweg, Richtung Estancia, durch kleine Wälder und Wiesen, der Küste entlang. Nach ca. einer Stunde erreicht man dann schließlich die Estancia. Wenn man will kann man von hier aus sogar, bis zur Estancia Harberton wandern, was allerdings weit über einen Tag dauert.
Tagesausflug nordöstlich von Ushuaia Mit Beat, einem guten Freund aus dem Hostel, unternahm ich eine spezielle Tagestour mit dem Fahrrad. Als erstes fuhren wir die Hauptstraße, raus aus Ushuaia. Nach ca. 20km erreichten wir eine Zuchtstation für Alaska Huskys. Damals hatte ich die Idee, mir einen Husky zu kaufen, der mich dann auf der restlichen Reise begleiten sollte. Leider erfuhr ich, daß ein Husky keine Wärme verkraftet. So gab ich die Idee mit dem Husky auf. Vielleicht war es auch besser so, denn ein Hund, gerade ein Husky, braucht sehr viel Aufmerksamkeit. Von der Zuchtstation ging es zurück nach Ushuaia. Auf halber Strecke nach der Überquerung des Rio Olivias, führt ein kleiner Weg in ein bewaldetes Tal, das hinter Ushuaia verläuft. Direkt am Anfang führte der Weg durch ein Privatgelände. Wir mußten als erstes über einen Zaun klettern. Anfangs konnte man den Weg noch gut sehen, aber schon nach kurzer Zeit mußte man den Weg suchen. Mit den Fahrrädern war es nicht leicht, da alles schlammig und zugewachsen war. Teilweise mußten wir auch über Baumstämme klettern.
Noch ein Zaun Die kommenden zwei Stunden kamen uns endlos vor. Doch dann kam die Belohnung. Ein Downhill vom Allerfeinsten. Er führte durch das letzte Stück Wald. Schon die erste Lichtung war atemberaubend. Hier sahen wir einen von Bibern angelegten Stausee. Die Umgebung sah noch unberührt aus. Nur ein paar Fußspuren im Matsch verrieten, daß jemand hier war. Der Weg führte weiter, entlang eines Flußes bis zu einer Straße, die direkt nach Ushuaia führte. Auf dem Weg in die Stadt, gab es dann eine kleine Diskussion mit dem Pförtner des Privatgeländes, der uns zu erklären versuchte, daß alles Privatgelände sei. Ein nichtswissender Blick und eine Entschuldigung reichte aus um ihn zu beschwichtigen. Auf der restlichen Strecke hatten wir ein wunderschönes Panorama. Mit Gegenwind ging es zurück nach Ushuaia. Asado Urlaub in Argentinien. Ein Asado mit guten Freunden. Das muß man erlebt haben. Bestes argentinisches Rindfleisch, wird langsam über der Glut eines großen Feuers gegart. Mit ein paar Bier und einem guten Salat läßt es sich gut genießen. Die Nacht wird dann zum Tag. Hier in Ushuaia sieht man den Sonnenaufgang bevor das Fest zu Ende ist.
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Auf dem Foto links sieht man Ariel, einen guten Freund aus dem Hostel Yakush. Zusammen haben wir schon einige Asados geschmissen. Ich bin meist für den Salat zuständig. Ein leckerer Salat aus Tomaten und Advokados gelingt mir eigendlich immer. Beim Fleisch würde ich wahrscheinlich zu viel falsch machen. Allein das Einkaufen erweist sich schon als Kunst. Der Metzger wird fast immer gewechselt, weil die Qualität des Fleisches nicht immer die Beste ist. Im Feuerland wird kaum Rind gezüchtet. Normalerweise wird das Fleisch nach Ushuaia importiert. Es gibt unendlich viele Philosophien wie man am besten sein Fleisch zubereitet. Da sollte man sich als Nichtargentinier lieber heraushalten. Sonstiges in Ushuaia Als ich die Gelegenheit dazu hatte mein Fahrrad bemalen zu lassen, willigte ich direkt ein. Luka, ein Künstler aus Italien verschönerte mein Fahrrad mit seinem eigenwilligen Stiel. Anfangs wußte ich nicht wie ich das finden soll. Jetzt, nachdem ich mich an die neue Optik gewöhnt habe, liebe ich sie. Sie macht aus meinem Fahrrad ein wirklich schönes Unikat.
Tagesausflug Rio Olivia Nachdem Andrej am 19.02. in Uhsuaia angekommen war, organisierte Ariel ein Trekking Richtung Lago Alto. Der See liegt ca. 25km von der Hauptstraße entfernt. Wir hatten uns vorgenommen diesen in einem Tag zu erreichen. Da aber keine Wege in dieser Gegend existieren, kamen wir langsamer vorran, wie wir es uns vorgenommen hatten. Es ging meist durch Waldgebiet, entlang des Rio Olivia. Teilweise mußten wir den Fluß überqueren, was uns nasse Füße bescherte. Nach 11 Stunden wandern mußten wir dann einsehen, daß es in einem Tag einfach nicht schaffbar war. So mussten wir, wohl oder übel, kurz vor dem See übernachten. Da wir leider nur insgesamt 2 Tage Zeit hatten, ging es dann den nächsten Tag zurück. Besonders auffällig war, daß man in dieser unberührten Natur viel mehr sehen kann, wie zum Beispiel im Nationalpark. Pilze, die meist von Wanderern zerstört werden, können hier ohne "Feinde" wachsen. Auch Tiere können hier ungestört leben. Es gibt weder lärmende Straßen, wo Autos ständig die Ruhe der Natur stören, noch Häuser die das wunderschöne Panorama zerstören. Es ist einfach ein gutes Gefühl in der freien Natur zu sein.
Die Reise geht weiter Am 25. 03. ging es dann endlich mt Andrej los Richtung Norden. Es war für mich nicht leicht, nach über 3 Monaten Ushuaia zu verlassen. Zu viele Freunde und gute Erinnerungen blieben zurück. Die letzte Woche waren wir noch bei Mecu, einer guten Freundin aus dem Hostel eingeladen. Anfangs wollten wir eigendlich nur, ein oder zwei Tage bleiben. Leider hatte sich Andrej, im Hostel, einen Schnupfen oder etwas ähnliches eingefangen. So beschlossen wir, lieber ein paar Tage länger in Ushuaia zu bleiben, damit er frisch und erholt auf seine erste Tour gehen konnte. Da wir am ersten Tag ,vormittags, noch ein Paket nach Hause geschickt hatten, kamen wir nicht sehr weit. Gut 15km ausserhalb der Stadt schlugen wir am Rio Olivia unsere Zelte auf. Am nächsten Tag erlebten wir beim packen, wie gefährlich es auf der Straße sein kann. Ein Lastwagen ist direkt hinter der Brücke, des Rio Olivia, mit einem lauten Knall von der Straße abgekommen. Wahrscheinlich ist der Fahrer einfach zu schnell gefahren. Dem Fahrer ist zum Glück bis auf ein paar blaue Flecken nichts passiert. Auf dem Weg nach Tolhuin besuchten wir einen guten Freund. Er selber betreibt ein Wintercenter gute 30km ausserhalb von Ushuaia, direkt an der Hauptstraße. Zu unserer Überraschung warteten dort einige Freunde aus Ushuaia. So verbrachten wir dort bei schon recht kühlen Temperaturen zwei Nächte. In dieser Zeit gingen wir zwei mal auf Biberjagt, leider ohne Erfolg. Die Biber, die vom Menschen hierher gebracht wurden, zerstören mit ihren Dämmen ganze Regionen. So ist es nicht nur erlaubt diese zu jagen, man bekommt sogar ein "Kopfgeld" für jeden erschossenen. Der Schwanz des Bibers gilt als Beweis, daß man einen erlegt hat.
Lager am Lago Fagnano Bevor wir nach Tolhuin kamen mußten wir den Pass Paso Garibaldi überqueren. Von hier oben hatte man eine wunderschöne Aussicht auf den Lago Fagnano, wo wir dann am selben Tag am Ufer übernachteten. Abends konnte man von hier, bereits in weiter Ferne die Lichter von Punta Arenas sehen. Ich wußte gar nicht wie weit man Städte sehen kann, wenn man keine störenden Lichtquellen um sich herum hat. Da wird einem erst bewußt, wieviel Energie so eine Stadt nachts verbraucht. Den befürchteten Gegenwind bekamen wir dann kurz hinter Tolhuin zu spüren. Er kann teilweise so stark sein, daß man Probleme hat sein Fahrrad auf der Straße zu halten. Man wird einfach heruntergeblasen. Von der Kraftanstrengung braucht man gar nicht erst zu reden. Radfahrer die aus der gegengesetzten Richtung kommen, wissen meist gar nicht, wie stark der Wind in Wirklichkeit ist. Man hört dann meist, daß sie etwas Rückenwind in letzter Zeit hatten. Beschweren kann ich mich ja nicht, da ich ja von Anfang an wußte, daß der Wind von Nordwest kommt. Auf den letzten Kilometern nach Rio Grande hatten wir dann noch Regen, was das Radfahren nicht gerade erleichterte. Santiago, ein spanischer Reiseradler, den wir im Hostel Argentinos angetroffen hatten, begleitete uns von dort aus Richtung Punta Arenas. In zwei Tagen ging es weiter, nach San Sebastian zur chilenischen Grenze. Selbst Santiago, ein durchtrainierter Triathlet, hatte mit dem Gegenwind auf der Strecke zu kämpfen.
San Sebastian In San Sebastian übernachteten wir in einer Tankstelle. Der Besitzer hatte nichts dagegen, daß wir hinten in seinem Laden, unser Nachtlager aufschlugen. Gregg und Deia, ein Pärchen aus den USA, übernachteten auch dort. Anfangs dachten wir, daß beide per Anhalter durch Südamerika fahren, was sich aber nach einem langen Gespräch als total falsch rausstellte. Die beiden sind komplett die Anden, von Equador entlang nach Argentinien gewandert. Dies waren, sagenhaft über 12.000km die sie in 22 Monaten zurückgelegt hatten. Sie folgten nicht, wie üblich der Straße, sondern gingen querfeld, durch Flüsse und über Berge!!! Mein Respekt vor dieser Leistung stieg mit jeder Minute, als sie über ihre Reise erzählten. In gut 10 Tagen wollten sie dann Tierra del Fuego, bis zum südlichsten Punkt druchqueren. Dort soll dann die Reise zu Ende sein. Ein Besuch der Webseite lohnt sich auf alle Fälle. Die Grenzüberquerung nach Chile ging am nächsten Tag recht reibungslos. Witzig ist, daß die chilenische Grenzstadt gut 13km weiter auch San Sebastian heißt. Argentinien wird mir, nach über 4 monatigem Aufenthalt sehr positiv in Erinnerung bleiben. Die Argentinier waren ohne Ausnahme, alle sehr freundlich zu Reiseradlern. Diese Freundlichkeit vermisste ich teilweise in Europa. Ich freue mich jetzt schon, wenn es nach Torres del Paine, wieder zurück nach Argentinien geht. |




