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San Sebastian, Porvenir, Punta Arenas, Puerto Natales, Torres del Paine, Cerro Castillo


San Sebastian

Direkt an der chilenischen Grenze hatte ich kleinere Probleme mit meiner Verpflegung. Der Grenzbeamte nahm mir mein komplettes Obst und Gemüse weg. Zum Glück hatte ich genügend Fertignahrung dabei. Selbst meine Knoblauchzehen mußte ich abgeben. Ich verstehe ja, daß man nichts importieren soll, aber ein Radfahrer ist doch auf Obst und Gemüse angewiesen...

Von der Grenze ging es mit anhaltendem starken Gegenwind in zwei Tagen nach Porvenir. Die letzten 40km davon waren recht hügelig. Von der Pampa hört man immer, daß sie eintönig und flach sei. Dies kann ich nicht bestätigen. Die guten 160km von San Sebastian waren recht abwechslungsreich. Ich sah zum Beispiel Flamingos, Guanacos, Füchse (bis auf einen, waren alle überfahren.) Die Landschaft war teilweise hügeliger als ich es mir vorgestellt hatte.

 

Punta Arenas

Von Porvenir ging es dann schließlich mit der Fähre nach Punta Arenas. Die Überfahrt war, mit über zwei Stunden recht lange. Hier in Punta Arenas hieß es, erst einmal ohne Zoll einkaufen. Für mich, eine neue Kamera. Da ich schon mit meiner letzten Canon zufrieden war, kaufte ich mir wieder eine. Die neue Canon S5 IS hat insgesamt einen größeren Zoom und klare Bilder. Die Videofunktion hat sich auch verbessert. Besonders hat mich aber das klappbare Display überzeugt. Eine Nikon kam für mich ja nicht mehr in Frage, da ich ja mit den Support in Lissabon große Probleme hatte.

 

Auf dem Weg nach Puerto Natales

Andrej wollte von Punta Arenas erst einmal Pinguine anschauen. Für mich war das nicht so wichtig, da ich ja schon welche in Ushuaia gesehen hatte. So trennten sich unsere Wege bis Puerto Natales.

Die ersten 20km aus Punta Arenas hatte ich SW-Wind. So kam ich schon einmal recht schnell voran. Dies sollte sich aber schnell ändern. Die nächsten 130km war dann starker NW-Wind, der einen fast von der Straße pustete. Mit so einem Wind kommt man kaum auf 9-10km/h.

 

Flamingos

Als ich gute 60km auf dem Weg Flamingos sah wollte ich es kaum glauben. Ich dachte immer, daß Flamingos nur in wärmeren Regionen vorkommen. Die Darwin Nandu´s waren dann, noch einmal eine Überraschung. Jetzt weiß ich zumindest, warum man vorher mal in den Reiseführer schauen sollte...

 

Freundliche Polizisten

Gute 100km vor Puerto Natales hielt ich an einer Polizeikontrolle an, um nach frischem Wasser zu fragen. Zu meiner Überraschung wurde ich direkt zu einem üppigen Frühstück eingeladen. Sogar frische, selbst- gemachte Brötchen fehlten nicht. Nach gut 1h fuhr ich dann trotz Warnung, daß es noch regnen sollte weiter. Es war einfach viel zu verlockend ohne Gegenwind, der schon den ganzen Tag nachgelassen hatte, ein paar Kilometer zu fahren. Kurz darauf fing es dann auch an, ohne Unterbrechung 5h zu regnen. Die Laune ließ ich mir aber nicht verderben, da ich einfach viel schneller vorran kam. Man friert ja auch nicht, solange man fährt. Nass wird man allerdings trotz alledem, da die Regenkleidung, auch wenn sie aus Goretex besteht, nicht ausreichend Feuchtigkeit (Schweiß) nach außen transportiert.

Sekiji, (www.sekiji.net) einen japanischen Reiseradler, traf ich gut 30km nach der Polizeistation. Er war natürlich begeistert, daß er dort einen warmen und trockenen Unterschlupf für die Nacht bekommen konnte, denn es fing gerade leicht an zu nieseln.

Gute 20km vor Puerto Natales, fing es dann leider an dunkel zu werden. Ich beschloß, direkt neben der Straße mein Zelt aufzuschlagen. Ich fahre einfach ungern nachts, wenn es regnet. Die Gefahr ist dann einfach zu groß, übersehen zu werden.

 

Wiedersehen in Puerto Natales

Da mich Andrej auf der Straße nicht überholte, dachte ich, daß ich als Erster in Puerto Natales ankommen würde. So suchte ich mir, in aller Ruhe ein Hostel mit Wifi. Für mich ist dies einfach ein Komfort, den ich nicht mehr missen möchte. Nach gut 10 Hostels, die alle kein Internet bzw. Wifi anboten, sah ich schließlich ein Hostel. Für mich war klar, daß wenn das Hostel nicht zu teuer(so sah es zumindest nicht aus) ist, ich dort einziehen wollte. Zu meiner Überraschung sah ich dann, als ich mein Rad in den Vorgarten schob, Andrej im ersten Stock aus den Fenster schauen. Wie ich später erfuhr, ist er per Anhalter das letzte Stück gefahren. Warum wir uns auf der Straße verpasst hatten ist uns bis heute unklar. Wahrscheinlich hatte ich, in einer der unzähligen Bushaltestellen Pause gemacht.

Da in Ushuaia die Benzinpumpe von Andrej, durch mein Verschulden in die Brüche ging, gab ich ihm fairer Weise meine. Jetzt suchte ich eine passende Ersatzpunpe. In Ushuaia, Rio Grande und Punta Arenas gab es leider keine. Ich hoffte in Puerto Natales eine zu finden, da es hier einfach mehr und bessere Outdoor-Läden gibt. Leider mußten ich feststellen, daß es eine Ersatzpumpe für den defekten Primuskocher einfach nicht gibt. So mußte ich jetzt, wohl oder übel auf Gas umsteigen. Den Kocher habe ich jetzt erst einmal nach Deutschland geschickt, da er einfach zu schwer und zu groß ist.

 

Torres del Paine

Nach einem Tag Pause in Puerto Natales ging es dann für mich weiter Richtung Torres del Paine. Ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt traf ich Paplo, einen argentinischer Reiseradler. Er war gerade dabei sein Zelt abzubauen. Da wir den gleichen Weg hatten beschlossen wir gemeinsam zu fahren. Leider war er um einiges langsamer, da er den Gegenwind nicht gewohnt war. So trennte ich mich schon nach wenigen Kilometern von ihm.

Da es hier im Süden immer kälter wird, beschloss ich, nicht in den Nationalpark zu fahren. Der wärmere Norden lockt einfach viel zu sehr. Vorbei an Torres del Paine gibt es nördlich einen Wanderweg direkt nach el Calafate. Diesen wollte ich nutzen, da ich so einige Tage Gegenwind einsparen wollte. Leider fanden die chilenischen Polizisten der letzten Polizeistation diese Idee nicht gut. Anfangs sagten sie, dass es keinen Weg gäbe. Als sie aber merkten, dass ich trotzdem weiter fahren wollte, erklärten sie mir, dass der Grenzübertritt nicht legal sei, da es dort keine Grenzstation gäbe. Freundlich aber bestimmt, packten sie mich und mein Fahrrad in ihr Polizeiauto und fuhren mich 15km zurück, bis zur Abzweigung des Nationalparks Torres del Paine. Dies war aber noch nicht genug. Nachdem ich innerhalb von 5 Minuten mein Fahrrad wieder fertig gepackt hatte, tauchte schon das nächste Polizeiauto auf, um mich bis zur Grenzstation in Cerro Castillo zu bringen. So konnten sie sicher sein, dass ich den längeren, aber offiziellen Weg nach el Calafate nehmen würde. Da ich keine weiteren Probleme haben wollte, fuhr ich noch am selben Tag, die restlichen 10km, nachts nach Argentinien. Insgesamt verlor ich gute 2 Tage durch diesen Zwischenfall.