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Mendoza, Uspallata, Barreal, Calingasta, San José de Jachal, Villa Union, Belen, Cafayate, Salta, San Salvador de Jujuy, Tilcara


Viele Kurven führen zum Ziel

Nachdem wir uns in Mendoza eine gute Woche lang erholt hatten, wurde es Zeit für uns weiter zu fahren. Wir fuhren die Straße der 365 Kurven hinauf nach Uspallata. Die Straße trägt zurecht ihren Namen, in unzähligen Kurven schlängelt sie sich den Berg hinauf. Der Pass ist mit über 3000m, mein höchster Pass den ich bis jetzt mit dem Fahrrad hinauf gefahren bin. Über Uspallata ging es dann zum eigendlichen Ziel, Barreal. Hier liegt in der Nähe ein Observatorium das wir besuchen wollten. Da der Himmel ständig bedeckt war, mussten wir gute 3 Tage mit unserer Besichtigung warten, bis der Himmel aufklarte. Die Tour hatte sich absolut nicht gelohnt. Anstatt durch das große Teleskop, durften wir nur durch ein viel kleineres schauen, das im Freien aufgebaut war. In Barreal hatte man uns noch erklärt, dass wir wie auch nicht anders erwartet, das große benutzen dürften...

Von Barreal ging es dann schließlich in einem Bogen zurück zur Ruta 40 nach San Jose de Jachal. Die letzten km führten uns durch ein traumhaftes Tal. Es war weniger die Vegetation die uns beeindrucke, vielmehr waren es die farbenfrohen Felsen die das Panorama abwechslungsreich gestalteten.

Da unsere Gaskartuschen fast leer waren und in San Jose de Jachal keine neuen aufzutreiben waren, fuhr Cesar mit dem Bus in das nahegelegene San Juan um welche zu kaufen. Tags darauf ging es dann für uns weiter, Richtung Villa Union. Auf dem Weg dorthin trafen wir Rennradfahrer, die uns in das nächste Dorf Guanacol begleiteten. Wir konnten hier etwas ausserhalb des Dorfes auf dem Campingplatz einer Tankstelle übernachten. Von Villa Union aus schauten wir uns den Nationalpark Talampaya an. Vertikal aufsteigende Wände im Canyon und einige Hieroglyphen gab es dort zu besichtigen.

Tags darauf, kurz nach Villa Union, sahen wir zum ersten Mal große Kakteen. Über eine schlechte Piste in einem Tal voller Kakteen ging es dann über ein 2100m hohen Pass nach Chilecito. 20km vor Chilecito konnten wir seit langem wieder auf einem Fahrradweg fahren. Welch eine Wohltat, dem ständigen Verkehr zumindest für einige Zeit zu entfliehen.

 

Cafayate wir kommen

Die nächste größere Stadt auf dem Weg nach Salta war Belen. Kurz davor hatte Cesar wirklich pech. Abends bevor wir Belen erreichten, bekam Cesar am Hinterrad einen Platten. Schuld waren, wie schon so oft, einer der vielen Dornen die am Wegesrand liegen. Am nächsten Morgen stellte sich herraus, er hatte beim Flicken wohl ein Loch übersehen. Nach einem weiteren km war sein Hinterrad schon wieder platt. Diesmal war es ein kleiner Stein im Mantel. Vom Unglück nicht genug, ging auch noch sein Ventil beim Aufpumpen flöten. In Mendoza war er noch so stolz auf den neuen Schlauch der nur 10 Peso(2€) gekostet hatte.

Nach einer Nacht in Belen, auf dem noch nicht fertig gestellten Campingplatz, war laut Karte eigendlich eine Tagesetape auf einer Piste angesagt. Dem war aber nicht so. Vielmehr fuhren wir fast den ganzen Tag auf bestem Alsphalt. Ab Mittag hatten wir sogar einen kräftigen Rückenwind, der uns den langsamen Anstieg bis auf 2300m recht angenehm machte. Nach gut 60km verwandelte sich dann leider die Aspaltstraße in eine 40km lange Piste. Insgesamt brauchten wir 3 Tage nach Cafayate, da wir die anderen zwei Tage Gegenwind hatten. Die beiden Nächte konnten wir jeweils etwas windgeschützt neben einer Kirche verbringen.

Der Plan

In Cafayate verbrachten wir zwei Nächte. Den Ruhetag hatten wir aber auch bitter nötig. Die letzten Tage seit Villa Union sind wir recht stramm durchpedaliert. Eine neue Idee die wir dort hatten, brachte uns etwas in Zeitnot. Anstatt von La Paz über den Lago Titicaca nach Cusco, wollen wir von dort direkt nach Brasilien fahren, und die Transamazonica bis nach Belém folgen. Da bald die Regenzeit im Amazonasbecken beginnt, müssen wir so schnell wie möglich zur Transamazonica kommen.

Anschließend will ich alleine weiter zu den Iguazul Wasserfällen, über Salta direkt nach Norden nach La Paz und weiter dann wie üblich über den Lago Titicaca nach Cusco usw..

 

Salta

Die Fahrt nach Salta verlief gut. Wir fuhren durch eine vom roten Sandstein geprägte Landschaft. Zwischendurch gab es am Straßenrand einige Felsformationen zu besichtigen.

Einen Tag bevor wir Salta erreichten, stießen wir abends mit einer Dose Bier auf mein erstes komplettes Jahr auf Reisen an. Die Erfahrungen die ich in dieser Zeit sammeln konnte, und die vielen netten Menschen die ich bis jetzt getroffen habe, lassen mich postiv in die Zukunft blicken.

 

Casa de Ciclistas

Kurz vor Salta trafen wir Manfred, einen deutschen Reiseradler, der in seinem Urlaub den Paso Jama abfahren möchte. Zusammen fuhren wir zu Ramon (Casas de Ciclistas) um uns dort für einige Tage zu erholen. Leider hatten wir doch nicht so stressfreie Tage wie wir dachten. Als erstes hielt der Fahrradmechaniker es für eine gute Idee meine Speichen mal eben anders einzuspeichen. Eigendlich sollte er meine Laufräder nur nachzentrieren. Cesars Hinterradfelge mußte erneuert werden, da Sekiji (jap. Reiseradler) risse festgestellt hatte. Der Mechaniker der kurz zuvor noch seine Laufräder zentriert hat, hat es anscheinend übersehen. Da wir über den Paso Sico fahren , brauchten wir des weiteren noch einige zusätzliche Flaschenhalter, die wir uns selber anfertigten. Jemand der noch nie in Argentinien war, kann es sich wahrscheinlich kaum vorstellen, wie schwer es hier ist geeignetes Material zu finden. Tagelang liefen wir in Salta umher, um alle benötigten Teile zu bekommen.

Insgesamt waren wir über eine Woche bei Ramon, in der Casa de Ciclistas. So wohl wie hier hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Es kommt nicht häufig vor, dass man Menschen trifft die verstehen, warum man mit dem Fahrrad auf Reisen ist.

Von Salta ging es dann nach San Salvador de Jujuy, zum Benjamin in die nächste Casa de Ciclistas. Die Strecke war recht hügelig. Teilweise ging es durch ein subtropisches Tal. In Jujuy wurden wir von der Familie vom Benjamin herrzlichst empfangen. Leider war Benjamin, der Gastgeber nicht zu Hause. Die Kinder von Benjamin sind Cesar so ans Herz gewachsen, dass er noch zwei Tage länger blieb. Ich konnte nicht länger bleiben, da Andrej (ein guter Freund aus Deutschland) in Yala, 15km ausserhalb der Stadt auf mich wartete.

Es war schön, Andrej nach so einer langen Zeit wieder zu sehen. Das letzte Mal sah ich ihn in Bariloche. Für mich eine Ewigkeit her. Da ich mit Cesar und Andrej von Tilcara eine mehrtägige Wanderung unternehmen wollte, ging es schon nach einem Ruhetag, den ich in den Termas de Reyes verbrachte weiter. Andrej ist einen Tag früher losgefahren, da er etwas aus der Übung war. Die letzten Monate war er mit drei Argentiniern, von Villa Angostura, mit dem Auto, über Salta und Iguazul nach Rosario gefahren. Eine schöne Rundreise die ihm offensichtlich viel Spaß gemacht hat.